Friday, 3. August 2007
Die Electronic Arts Blacklist
Bei dem Computerspiele Publisher Electronic Arts (EA) ist es gängige Praxis, die Kunden in Abhängigkeit zu bringen, indem der Mehrspielerteil eines Spiels abhängig von einem Server bei Electronic Arts ist. Vor allem bei Sportspielen veröffentlicht EA mindestens eine neue Variante pro Jahr. Nach 1-2 Jahren wird dann der dazugehörige Server welcher das Spielen von Mehrspieler-Partieen erst ermöglicht wieder abgeschaltet. Wer dann noch das Spiel im Mehrspieler Modus spielen möchte, ist gezwungen, die aktuelle Variante zum vollen Kaufpreis neu zu erwerben. Eine Upgrade- bzw. Update-Möglichkeit ist nicht gegeben.
Die Liste dieses Artikels zeigt welche Titel bereits abgeschaltet wurden, sowie welche demnächst abgeschaltet werden um eventuellen Fehlkäufen vorzubeugen... lesen Sie mehr
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Geschrieben von Timo Becker
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Tags für diesen Artikel: spiele, Verbraucherschutz
Tuesday, 10. January 2006
RFID Reisepass... Danke, Otto!
Eine der letzten Untaten die uns unser früherer Innenminister Otto Schily beschert hat, war der sogenannte ePass. Seit November 2005 löst dieser den bis dato bewährten Reisepass ab. Hintergrund ist eine neue Einreisebestimmung für die USA, wo man ohne Visum oder eben diesem ePass nicht mehr einreisen kann, sowie eine daraus resultierende EU Richtlinie.Das ePass System basiert auf einem RFID Chip mit persönlichen und biometrischen Daten (Gesichtsmerkmale) der ohne jegliche authentifizierung von jedem Berührungslos ausgelesen werden kann. Während das Auswerten der auf dem Chip gespeicherten Biometrischen Daten momentan noch mit einer hohen Fehlerquote versehen ist und getrost als "im prinzip nicht funktionierend" deklariert werden kann, funktioniert das berührungslose Auslesen wunderbar und erlaubt so allerlei alternative Nutzungsmöglichkeiten. Mit den überall in Kaufhäusern aufgestellten RFID Scannern könnte man z.B. wunderbar individualisierte Bewegungsprofile erstellen und damit die strategische Platzierung von Produkten optimieren. Bald werden uns Werbetafeln wie im Steven Spielberg Film Minority Report direkt mit dem Namen ansprechen. Darauf hat die Welt gewartet.
Zurück in die Gegenwart. Auch ohne konspirativen Kreativismus stellt uns der ePass aufgrund der mangelhaften Implementierung unnötige Steine in den Weg: Das Bild. Es muss ein ganz bestimmtes Format haben. Man darf nicht lächeln, das Gesichtsfeld muss genauestens in eine Schablone passen, der Hintergrund muss stimmen und ganz wichtig: Man darf keine krumme Nase haben.
Also begebe ich eines Mittwochs zum Photographen um besagtes Fahndungsfoto von mir machen zu lassen. Es ist schon spät, die Stadtverwaltung hat zu. Am Donnerstag darauf gehe ich zur Abendsprechstunde der Ortsvorsteherin um nicht extra Urlaub nehmen zu müssen. Nach einigem Hinundher, der milimetergenauen Evaluierung der Körpergröße und dem Analysieren der Bilder mittels einer Schablone freue ich mich das ganze endlich hinter mich gebracht zu haben.
Am nächsten Abend bekomme ich die Bilder zurück: Die Dame der Stadtverwaltung hat die Bilder nicht angenommen, sie seien verschnitten. Ein Glück habe ich mittlerweile Urlaub. Ich fahre am darauffolgenden Tag wieder zum Photographen, erkläre ihm das Dilemma, er legt seine Schablone an und siehe da, passt perfekt. Also setze ich mich wieder in mein Auto und fahre diesmal direkt zur Stadtverwaltung um zu klären wo diese Bilder verschnitten sein sollen. Im Endeffekt kann man drüber streiten ob die Nase nun in der Mitte war oder nicht, sie weigert sich jedenfalls die Bilder so anzunehmen, da sie befürchtet das sie von der Bundesdruckerei abgelehnt werden und sie dann mir wieder hinterherlaufen müsse. Ich fahre also wieder zum Photographen lasse neue Bilder machen - vorsichtshalber mit der Schablone der Stadtangestellten im Gepäck um weitere Diskussionen von vorne herein auszuschließen. Bilanz:
- Fahndungsbilder: 12€
- Gebühr für einen ePass: 59€
- sich einen 1/2 Tag zum Affen machen und willenlos in der Stadt hin und her fahren: unbezahlbar
Da man sich mangels Erfahrung nicht sicher ist das der RFID Chip die 10 Jahre Gültigkeitsdauer des Passes überleben wird, hat man von vorne herein festgelegt, dass der Pass mit defektem Chip seine Gültigkeit nicht verliert. So betrachtet war das ganze Unterfangen ziemlich sinnbefreit, sehr teuer und hat in meinem Fall auch nicht dazu beigetragen den Terrorismus einzudämmen da ich noch nie Terrorist war und der Pass mich auch nicht als solchen entlarven wird - mal ganz davon abegesehen das ich überhaupt nicht vorhabe in die USA zu reisen.
Wir sagen danke Otto, für dieses wunderbare Geschenk was du uns da am Ende deiner Dienstzeit noch eben schnell beschert hast.
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